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Buchmendel

Stefan Zweig

Buchmendel ist eine Novelle von Stefan Zweig aus dem Jahr 1929. Handlung: Der Erzähler flüchtet vor einem Regenguss in das Café Gluck in der Wiener „obern Alserstraße“. Zwanzig Jahre zuvor war er als junger, neugieriger Mensch schon einmal dagewesen. Auf der Suche nach Literatur über Mesmers „Magnetismus“ hatte ihn ein Freund mit Jakob Mendel, alias Buchmendel, bekannt gemacht. Dieser „Magier und Makler der Bücher“ hatte seit Jahren schon seinen festen Arbeitsplatz an einem „mit Notizen überschmierten Marmortisch“ des Cafés. Der „galizische Büchertrödler... las, wie andere beten.“ In „vollkommener Besessenheit... wiegte [er] sich lesend wie ein dunkler Busch im Wind.“ Als Mendel im Jahr 1882 nach Wien gekommen war, wollte er Rabbiner werden. Ein Weiser war er zwar nicht geworden, wohl aber das „Miraculum mundi“ aller Bücher. Zu seiner Kundschaft zählten Buchhändler aus Paris, London und „fanatische Sammler heraldischer Werke“ wie der Graf Schönberg, ehemals Statthalter der Steiermark, der Theologe Siegenfeld und der Flottenadmiral a.D. Edler von Pisek. Dabei besaß Mendel überhaupt keine Konzession als Buchhändler, sondern nur einen Hausierschein. Die Anfrage nach Mesmer-Literatur hatte Buchmendel damals vor zwanzig Jahren schließlich mit ein paar Dutzend Titeln wie aus der Pistole geschossen beantwortet und noch auf Gaßner sowie die Blavatsky verwiesen. Dabei hatte Mendel keines der Bücher gelesen, sondern lediglich deren antiquarische Eckdaten in seinem famosen Gedächtnis aufbewahrt. Nun, älter geworden, fragt der Erzähler, wo Mendel denn geblieben sei. Es erweist sich, dass als einzige Augenzeugin noch die Toilettenfrau im Café Gluck im Dienst ist. Frau Sporschil erzählt die Geschichte. Den Kriegsbeginn hatte Buchmendel, der nie eine Zeitung las, über seinen Studien gar nicht mitbekommen. Ende 1915 dann nimmt das Unheil seiner Lauf. Das militärische Zensuramt in Wien fängt zwei Postkarten, adressiert ins Feindesland, ab. Absender ist beide Male Buchmendel. Beim Verhör gibt der ahnungslose Mendel zu Protokoll,

Buchmendel ist eine Novelle von Stefan Zweig aus dem Jahr 1929. Handlung: Der Erzähler flüchtet vor einem Regenguss in das Café Gluck in der Wiener „obern Alserstraße“. Zwanzig Jahre zuvor war er als junger, neugieriger Mensch schon einmal dagewesen. Auf der Suche nach Literatur über Mesmers „Magnetismus“ hatte ihn ein Freund mit Jakob Mendel, alias Buchmendel, bekannt gemacht. Dieser „Magier und Makler der Bücher“ hatte seit Jahren schon seinen festen Arbeitsplatz an einem „mit Notizen überschmierten Marmortisch“ des Cafés. Der „galizische Büchertrödler... las, wie andere beten.“ In „vollkommener Besessenheit... wiegte [er] sich lesend wie ein dunkler Busch im Wind.“ Als Mendel im Jahr 1882 nach Wien gekommen war, wollte er Rabbiner werden. Ein Weiser war er zwar nicht geworden, wohl aber das „Miraculum mundi“ aller Bücher. Zu seiner Kundschaft zählten Buchhändler aus Paris, London und „fanatische Sammler heraldischer Werke“ wie der Graf Schönberg, ehemals Statthalter der Steiermark, der Theologe Siegenfeld und der Flottenadmiral a.D. Edler von Pisek. Dabei besaß Mendel überhaupt keine Konzession als Buchhändler, sondern nur einen Hausierschein. Die Anfrage nach Mesmer-Literatur hatte Buchmendel damals vor zwanzig Jahren schließlich mit ein paar Dutzend Titeln wie aus der Pistole geschossen beantwortet und noch auf Gaßner sowie die Blavatsky verwiesen. Dabei hatte Mendel keines der Bücher gelesen, sondern lediglich deren antiquarische Eckdaten in seinem famosen Gedächtnis aufbewahrt. Nun, älter geworden, fragt der Erzähler, wo Mendel denn geblieben sei. Es erweist sich, dass als einzige Augenzeugin noch die Toilettenfrau im Café Gluck im Dienst ist. Frau Sporschil erzählt die Geschichte. Den Kriegsbeginn hatte Buchmendel, der nie eine Zeitung las, über seinen Studien gar nicht mitbekommen. Ende 1915 dann nimmt das Unheil seiner Lauf. Das militärische Zensuramt in Wien fängt zwei Postkarten, adressiert ins Feindesland, ab. Absender ist beide Male Buchmendel. Beim Verhör gibt der ahnungslose Mendel zu Protokoll,
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Genres:

Classics

Description:

Buchmendel ist eine Novelle von Stefan Zweig aus dem Jahr 1929. Handlung: Der Erzähler flüchtet vor einem Regenguss in das Café Gluck in der Wiener „obern Alserstraße“. Zwanzig Jahre zuvor war er als junger, neugieriger Mensch schon einmal dagewesen. Auf der Suche nach Literatur über Mesmers „Magnetismus“ hatte ihn ein Freund mit Jakob Mendel, alias Buchmendel, bekannt gemacht. Dieser „Magier und Makler der Bücher“ hatte seit Jahren schon seinen festen Arbeitsplatz an einem „mit Notizen überschmierten Marmortisch“ des Cafés. Der „galizische Büchertrödler... las, wie andere beten.“ In „vollkommener Besessenheit... wiegte [er] sich lesend wie ein dunkler Busch im Wind.“ Als Mendel im Jahr 1882 nach Wien gekommen war, wollte er Rabbiner werden. Ein Weiser war er zwar nicht geworden, wohl aber das „Miraculum mundi“ aller Bücher. Zu seiner Kundschaft zählten Buchhändler aus Paris, London und „fanatische Sammler heraldischer Werke“ wie der Graf Schönberg, ehemals Statthalter der Steiermark, der Theologe Siegenfeld und der Flottenadmiral a.D. Edler von Pisek. Dabei besaß Mendel überhaupt keine Konzession als Buchhändler, sondern nur einen Hausierschein. Die Anfrage nach Mesmer-Literatur hatte Buchmendel damals vor zwanzig Jahren schließlich mit ein paar Dutzend Titeln wie aus der Pistole geschossen beantwortet und noch auf Gaßner sowie die Blavatsky verwiesen. Dabei hatte Mendel keines der Bücher gelesen, sondern lediglich deren antiquarische Eckdaten in seinem famosen Gedächtnis aufbewahrt. Nun, älter geworden, fragt der Erzähler, wo Mendel denn geblieben sei. Es erweist sich, dass als einzige Augenzeugin noch die Toilettenfrau im Café Gluck im Dienst ist. Frau Sporschil erzählt die Geschichte. Den Kriegsbeginn hatte Buchmendel, der nie eine Zeitung las, über seinen Studien gar nicht mitbekommen. Ende 1915 dann nimmt das Unheil seiner Lauf. Das militärische Zensuramt in Wien fängt zwei Postkarten, adressiert ins Feindesland, ab. Absender ist beide Male Buchmendel. Beim Verhör gibt der ahnungslose Mendel zu Protokoll,

Language:

German

Narrators:

Karlheinz Gabor

Length:

1h 16m


Chapters

Chapter 1
Chapter 1

01:11


Chapter 2
Chapter 2

01:31


Chapter 3
Chapter 3

01:17


Chapter 4
Chapter 4

00:58


Chapter 5
Chapter 5

01:15


Chapter 6
Chapter 6

01:17


Chapter 7
Chapter 7

01:03


Chapter 8
Chapter 8

01:08


Chapter 9
Chapter 9

01:21


Chapter 10
Chapter 10

01:10


Chapter 11
Chapter 11

00:59


Chapter 12
Chapter 12

01:20


Chapter 13
Chapter 13

01:06


Chapter 14
Chapter 14

01:12


Chapter 15
Chapter 15

01:10


Chapter 16
Chapter 16

01:11


Chapter 17
Chapter 17

01:17


Chapter 18
Chapter 18

01:21


Chapter 19
Chapter 19

01:20


Chapter 20
Chapter 20

01:21


Chapter 21
Chapter 21

00:59


Chapter 22
Chapter 22

01:07


Chapter 23
Chapter 23

00:59


Chapter 24
Chapter 24

00:58


Chapter 25
Chapter 25

00:56


Chapter 26
Chapter 26

01:07


Chapter 27
Chapter 27

01:27


Chapter 28
Chapter 28

00:43


Chapter 29
Chapter 29

01:01


Chapter 30
Chapter 30

01:19


Chapter 31
Chapter 31

01:07


Chapter 32
Chapter 32

01:09


Chapter 33
Chapter 33

01:13


Chapter 34
Chapter 34

01:09


Chapter 35
Chapter 35

01:22


Chapter 36
Chapter 36

01:04


Chapter 37
Chapter 37

01:05


Chapter 38
Chapter 38

01:16


Chapter 39
Chapter 39

01:12


Chapter 40
Chapter 40

01:33


Chapter 41
Chapter 41

01:04


Chapter 42
Chapter 42

01:04


Chapter 43
Chapter 43

01:17


Chapter 44
Chapter 44

01:21


Chapter 45
Chapter 45

01:13


Chapter 46
Chapter 46

01:09


Chapter 47
Chapter 47

01:00


Chapter 48
Chapter 48

01:11


Chapter 49
Chapter 49

01:12


Chapter 50
Chapter 50

01:12


Chapter 51
Chapter 51

01:22


Chapter 52
Chapter 52

01:20


Chapter 53
Chapter 53

01:06


Chapter 54
Chapter 54

00:48


Chapter 55
Chapter 55

00:57


Chapter 56
Chapter 56

00:59


Chapter 57
Chapter 57

01:05


Chapter 58
Chapter 58

00:55


Chapter 59
Chapter 59

01:21


Chapter 60
Chapter 60

01:10


Chapter 61
Chapter 61

01:02


Chapter 62
Chapter 62

01:05


Chapter 63
Chapter 63

01:14


Chapter 64
Chapter 64

01:05


Chapter 65
Chapter 65

01:03


Chapter 66
Chapter 66

01:16