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Wer hier die Fremden sind

Helmut Zenker

„...Auf dem nächsten Zebrastreifen liegt einer auf dem Rücken. Einige Männer und eine Frau mit Einkaufswagen stehen herum, die aber alle nur den auf der Straße Liegenden anstarren und Mutmaßungen anstellen. Ich gehe schnell hinüber, schreie die Leute ein Stück weg und drehe den Alten, dessen Röcheln ich zu hören glaube, zur Seite. Speichel und Speisereste fließen ihm aus dem Mund. Dann drehe ich ihn zurück, lege ihm ein Taschentuch über den Mund und beginne eine Beatmung, wie ich sie erst kürzlich in der Ordination eines praktischen Arztes gesehen habe. Der Kreis um den Unfallort wird wieder dichter. Fast alle rufen Ratschläge durch die Gegend. Nach zehn weiteren Minuten ist die Rettung da. Der Rettungsarzt sagt nach zwei Handgriffen: Der ist schon eine ganze Weile tot; dann ergänzt er: Kreislaufversagen. Er spricht kurz mit einem uniformierten Polizeibeamten, der mittlerweile vom nächsten Wachzimmer geholt wurde. Die Rettung fährt weiter. Ich beginne zu begreifen, dass ich zehn Minuten lang einen Toten beatmet habe...“ Das war Helmut Zenkers erster großer Erfolg, sein 1973 erschienener Roman mit starken autobiografischen Zügen. Das war das Österreich in den Sechziger und Siebziger Jahren. Ein wichtiger Beitrag zum Aufbrechen alter Krusten und Strukturen und ein Vorgriff auf „Kottan“ Inklusive vier Lieder von Helmut Zenker: Kopfstand / Stingades Herz / De Duddln von der Oma / Paulinchen

„...Auf dem nächsten Zebrastreifen liegt einer auf dem Rücken. Einige Männer und eine Frau mit Einkaufswagen stehen herum, die aber alle nur den auf der Straße Liegenden anstarren und Mutmaßungen anstellen. Ich gehe schnell hinüber, schreie die Leute ein Stück weg und drehe den Alten, dessen Röcheln ich zu hören glaube, zur Seite. Speichel und Speisereste fließen ihm aus dem Mund. Dann drehe ich ihn zurück, lege ihm ein Taschentuch über den Mund und beginne eine Beatmung, wie ich sie erst kürzlich in der Ordination eines praktischen Arztes gesehen habe. Der Kreis um den Unfallort wird wieder dichter. Fast alle rufen Ratschläge durch die Gegend. Nach zehn weiteren Minuten ist die Rettung da. Der Rettungsarzt sagt nach zwei Handgriffen: Der ist schon eine ganze Weile tot; dann ergänzt er: Kreislaufversagen. Er spricht kurz mit einem uniformierten Polizeibeamten, der mittlerweile vom nächsten Wachzimmer geholt wurde. Die Rettung fährt weiter. Ich beginne zu begreifen, dass ich zehn Minuten lang einen Toten beatmet habe...“ Das war Helmut Zenkers erster großer Erfolg, sein 1973 erschienener Roman mit starken autobiografischen Zügen. Das war das Österreich in den Sechziger und Siebziger Jahren. Ein wichtiger Beitrag zum Aufbrechen alter Krusten und Strukturen und ein Vorgriff auf „Kottan“ Inklusive vier Lieder von Helmut Zenker: Kopfstand / Stingades Herz / De Duddln von der Oma / Paulinchen
More Information

Genres:

Fiction

Description:

„...Auf dem nächsten Zebrastreifen liegt einer auf dem Rücken. Einige Männer und eine Frau mit Einkaufswagen stehen herum, die aber alle nur den auf der Straße Liegenden anstarren und Mutmaßungen anstellen. Ich gehe schnell hinüber, schreie die Leute ein Stück weg und drehe den Alten, dessen Röcheln ich zu hören glaube, zur Seite. Speichel und Speisereste fließen ihm aus dem Mund. Dann drehe ich ihn zurück, lege ihm ein Taschentuch über den Mund und beginne eine Beatmung, wie ich sie erst kürzlich in der Ordination eines praktischen Arztes gesehen habe. Der Kreis um den Unfallort wird wieder dichter. Fast alle rufen Ratschläge durch die Gegend. Nach zehn weiteren Minuten ist die Rettung da. Der Rettungsarzt sagt nach zwei Handgriffen: Der ist schon eine ganze Weile tot; dann ergänzt er: Kreislaufversagen. Er spricht kurz mit einem uniformierten Polizeibeamten, der mittlerweile vom nächsten Wachzimmer geholt wurde. Die Rettung fährt weiter. Ich beginne zu begreifen, dass ich zehn Minuten lang einen Toten beatmet habe...“ Das war Helmut Zenkers erster großer Erfolg, sein 1973 erschienener Roman mit starken autobiografischen Zügen. Das war das Österreich in den Sechziger und Siebziger Jahren. Ein wichtiger Beitrag zum Aufbrechen alter Krusten und Strukturen und ein Vorgriff auf „Kottan“ Inklusive vier Lieder von Helmut Zenker: Kopfstand / Stingades Herz / De Duddln von der Oma / Paulinchen

Language:

German

Narrators:

Thomas Gehringer

Length:

3h 43m


Chapters

Chapter 1
Chapter 1

03:22


Chapter 2
Chapter 2

04:46


Chapter 3
Chapter 3

13:22


Chapter 4
Chapter 4

13:09


Chapter 5
Chapter 5

03:05


Chapter 6
Chapter 6

00:38


Chapter 7
Chapter 7

12:35


Chapter 8
Chapter 8

05:44


Chapter 9
Chapter 9

01:31


Chapter 10
Chapter 10

05:27


Chapter 11
Chapter 11

00:46


Chapter 12
Chapter 12

04:14


Chapter 13
Chapter 13

00:57


Chapter 14
Chapter 14

09:55


Chapter 15
Chapter 15

16:22


Chapter 16
Chapter 16

14:29


Chapter 17
Chapter 17

01:06


Chapter 18
Chapter 18

06:36


Chapter 19
Chapter 19

07:15


Chapter 20
Chapter 20

13:11


Chapter 21
Chapter 21

00:30


Chapter 22
Chapter 22

11:23


Chapter 23
Chapter 23

02:05


Chapter 24
Chapter 24

03:01


Chapter 25
Chapter 25

09:29


Chapter 26
Chapter 26

00:56


Chapter 27
Chapter 27

08:12


Chapter 28
Chapter 28

01:08


Chapter 29
Chapter 29

15:51


Chapter 30
Chapter 30

00:57


Chapter 31
Chapter 31

10:38


Chapter 32
Chapter 32

01:17


Chapter 33
Chapter 33

04:03


Chapter 34
Chapter 34

02:57


Chapter 35
Chapter 35

00:40


Chapter 36
Chapter 36

04:17


Chapter 37
Chapter 37

04:21


Chapter 38
Chapter 38

03:19