
Tagesgespräch
SRF (Switzerland)
Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.
Location:
Zürich, Switzerland
Networks:
SRF (Switzerland)
Description:
Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.
Language:
German
Contact:
Schweizer Radio und Fernsehen Multimediazentrum Fernsehstr. 1-4 CH-8052 Zürich
Email:
srf@srf.ch
Episodes
Lea Schmidt-Pollitz, Alexander Balmer: Grösste Simulation der UNO
4/17/2026
Die grösste UNO-Simulation der Welt: Seit 1946 simulieren jährlich Studierende die UNO-Konferenz in New York. Seit 20 Jahren entsendet die Schweizerische Studienstiftung eine Delegation. Dieses Jahr reisten der Physikstudent Alexander Balmer und IR-Studentin Lea Schmidt-Pollitz nach New York. An die grösste UNO-Simulation der Welt, an die National Model United Nations in New York fahren jährlich auch rund 20 Studierende aus der Schweiz. Sie vertreten ein zugeteiltes Land, schreiben Positionspapiere, diskutieren und verabschieden Resolutionen. Dieses Jahr zum Thema, wie junge Menschen an Friedensprozessen eingebunden werden können. Lea Schmidt-Pollitz studiert in Genf internationale Beziehungen und reiste als Delegierte nach New York, Alexander Balmer ist Physikstudent an der ETH Zürich und organisierte die Vorbereitungen und die Reise. Was bedeutet ihnen die UNO? Welche Zukunft sehen sie für diese Organisation? Welche Erfahrungen sammelten sie im diplomatischen Planspiel? Welche Reformen braucht es für die Zukunft? Lea Schmidt-Pollitz und Alexander Balmer sind zu Gast bei Karoline Arn.
Duration:00:26:27
Hans Wolff: «Gefängnis macht krank»
4/16/2026
In europäischen Gefängnissen kommt es wieder zu mehr Misshandlungen. Das dokumentiert der soeben erschienene Bericht des Antifolterkomitees des Europarats. Mitgearbeitet an diesem Bericht hat Hans Wolff, Chefarzt der Gefängnismedizin am Universitätsspital Genf. Bis Ende letztes Jahr war Hans Wolff der Schweizer Vertreter im Anti Folter Komitee, zuletzt als dessen Vizepräsident. Im Tagesgespräch erzählt er, wieso er nach einem Gefängnisbesuch mit Schuhen und Veston unter die Dusche ging, wann Gefängnis krank macht und wieso eine Haftstrafe in Norwegen eine Chance sein kann. Seit Jahrzehnten setzt sich Hans Wolff, Professor für Gefängnismedizin am Universitätsspital Genf, für bessere Haftbedingungen ein - auch in Schweizer Gefängnissen. Doch die Überbelegung vieler Gefängnisse, insbesondere in der Westschweiz, macht angemessene Haftbedingungen oft unmöglich. «Überbelegung ist eine Katastrophe für ein Gefängnis», sagt Wolff. Sie trage dazu bei, dass Gefangene eine so viel schlechtere Gesundheit haben als die Durchschnittsbevölkerung. Besonders verbreitet unter Gefangenen sind psychische Krankheiten. Suizide von Gefangenen sind zwanzig Mal so häufig wie ausserhalb, bei Einzelhaft bis zu hundert Mal. Wolff, der auch Präsident der Konferenz der schweizerischen Gefängnisärzte ist, sagt: «In Teilen der Schweiz werden die Empfehlungen des Anti-Folter-Komitees zur Einzelhaft noch immer nicht umgesetzt.» Roman Fillinger hat mit dem Gefängnismediziner gesprochen.
Duration:00:25:07
Franziska Grossenbacher: Preis für Lorzenebene in boomender Stadt
4/15/2026
Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz zeichnet jährlich eine Landschaft aus. Dieses Jahr die Lorzenebene im Kanton Zug. Erholungsraum, Landwirtschaft und Stadtentwicklung gehen hier Hand in Hand. Franziska Grossenbacher ist Co-Leiterin der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz. Die Lorzenebene könnte vieles sein: eine Grossstadt nach US-amerikanischem Vorbild, ein internationaler Flughafen - immer wieder wurden Ideen für Überbauungsprojekte lanciert. Bis vor mehr als 20 Jahren eine Grenze gezogen wurde: bis wohin gebaut werden darf und wo nicht mehr. In einem Leitbild wurden unterschiedliche Interessengruppen eingebunden, damit die verschiedensten Bedürfnisse abgedeckt werden konnten. Nun ist die Lorzenebene eine Art Central Park für Zug und wird gleichzeitig landwirtschaftlich genutzt. Von der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz erhält sie 2026 die Auszeichnung «Landschaft des Jahres». Franziska Grossenbacher ist Co-Leiterin der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und zu Gast bei Karoline Arn.
Duration:00:23:27
Pascal Grieder: «Briefmarken und Pakete werden teurer»
4/14/2026
Seit fünf Monaten ist Pascal Grieder Chef der Schweizerischen Post und steht unter Druck. Die Folgen des Iran-Kriegs verteuern die Logistik, das tragische Postauto-Unglück von Kerzers fordert ihn von Beginn weg. Nun kündigt der neue Post-Chef Preisehöhungen an. Und: Wieso findet er CEOs merkwürdig?
Duration:00:26:28
Gabor Györi: Orbans historische Niederlage
4/13/2026
Das war eine Feier der Demokratie, sagt der ungarische Politologe Gabor Györi. Aber nur mit einer Wahl sei die Demokratie noch nicht gerettet, es brauche jetzt strukturelle und verfassungsrechtliche Veränderungen. Viktor Orban hat die Wahlen verloren und dem siegreichen Peter Magyar gratuliert. Peter Magyar von der Oppositionspartei Tisza verdrängt nach 16 Jahren Viktor Orban aus der ungarischen Regierung. Tisza kommt auf die wichtige Zweidrittelmehrheit. Mit der parlamentarischen Zweidrittelmehrheit könnte Magyar Reformen durchführen, die Verfassungsänderungen erfordern, sowie Amtsträger austauschen. Ohne diese Möglichkeit könnte etwa das Verfassungsgericht Reformvorhaben der künftigen Tisza-Regierung blockieren. Der ungarische Politologe Gabor Györi arbeitet für die Denkfabrik Policy Solutions und ist zu Gast bei David Karasek.
Duration:00:25:01
Tun Sie genug gegen die Blechlawine am Gotthard, Herr Rösti?
4/11/2026
Nicht nur an Ostern: Die Staustunden am Gotthard nehmen zu. Doch der Bundesrat stemmt sich gegen eine Durchfahrtsgebühr für Ausländer und gegen eine höhere Lastwagenabgabe. Weshalb? Bundesrat Rösti äussert sich auch zur Versorgungslage angesichts des Irankriegs und zu Milliardenkosten für AKW. Bis zu drei Stunden mussten Autofahrerinnen und -fahrer vor Ostern auf der A2 Richtung Gotthard anstehen. Die Stautage am Gotthard nehmen zu, für die Urner Bevölkerung wird das mehr und mehr zum Problem. Denn der Ausweichverkehr verstopft Haupt- und Nebenstrassen entlang der Autobahn. Weshalb stemmt sich der Bundesrat gegen eine Durchfahrtsgebühr für Ausländerinnen und Ausländer, die bloss durch die Schweiz hindurch Richtung Süden fahren? Und: Werden die jüngst angekündigten Preiserhöhungen im öffentlichen Verkehr das Problem gar noch verschärfen, weil der Zug Richtung Süden weniger attraktiv wird? In der Samstagsrundschau nimmt Verkehrsminister Albert Rösti Stellung. Auch bei der Verlagerungspolitik gibt es Probleme: Bereits das vierte Jahr in Folge nimmt der Anteil der Lastwagentransporte durch die Alpen zu? Der Nationalrat will deshalb die Schwerverkehrsabgabe LSVA erhöhen - doch auch dagegen wehrt sich der Bundesrat. Weshalb das Zögern? Der Iran-Krieg hat die Preise für Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas auch in der Schweiz in die Höhe getrieben. Mangel wie etwa in Asien gibt es nicht. Allerdings warnen die Bundesbehörden vor reduzierten Erdöl-Lieferungen nach Europa ab Mai. Worauf stellt sich der Bundesrat ein? Ruft er die Bevölkerung bald zum Benzinsparen auf? Thema in der Samstagsrundschau ist auch die Energiepolitik. Albert Rösti will das AKW-Neubauverbot lockern - über die Finanzierung neuer AKW hingegen möchte er (noch) nicht reden. Dabei macht der Stromkonzern Axpo jetzt schon klar: Ohne Staatshilfe geht es nicht. Und bereits für eine längere Laufzeit der KKW Gösgen und Leibstadt machen die Stromkonzerne die hohle Hand beim Bund: Die Allgemeinheit soll das finanzielle Risiko tragen. Wer bezahlt die Rechnung? Bundesrat Albert Rösti ist Gast bei Dominik Meier. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.
Duration:00:30:16
Richard C. Schneider: Libanon, Israel und wie weiter
4/10/2026
Trotz der Waffenruhe im Nahen Osten greift Israel die Hisbollah im Libanon weiter an. Doch nun zeichnet sich ein Kurswechsel ab: Israels Premierminister Netanjahu kündigt Verhandlungen mit Beirut an. Mit welchem Ziel? Richard C. Schneider ist Israel-Korrespondent für die NZZ und den Spiegel.
Duration:00:26:10
Judith Huber: Orban vor dem Aus?
4/9/2026
Eine Wahl mit Folgen für ganz Europa: Seit 16 Jahren regiert Viktor Orban Ungarn - nun droht ihm bei der Parlamentswahl am Wochenende die Abwahl. Viele warnen, er könnte zu Tricks greifen, um an der Macht zu bleiben. Der Ausgang dürfte Ungarn und die EU verändern. Wir sprechen mit SRF-Osteuropa-Korrespondentin Judith Huber über die Wahlen in Ungarn: Premier Viktor Orban steht bei der Parlamentswahl am 12. April erstmals seit 16 Jahren ernsthaft unter Druck, seine Macht zu verlieren. Sein Herausforderer, der konservative Politiker Péter Magyar, liegt in den meisten Umfragen deutlich vorne. Es zeichnet sich eine Richtungswahl ab, deren Ausgang weit über Ungarn hinausstrahlen und auch die Europäische Union spürbar verändern könnte.
Duration:00:26:10
Jérôme Cosandey: Arbeitslosigkeit steigt auch in der Pflege
4/8/2026
Die Arbeitslosigkeit ist mit 3 Prozent immer noch höher als im langjährigen Durchschnitt – selbst in Branchen mit Fachkräftemangel wie dem Gesundheitswesen. Ebenfalls verharrt die Kurzarbeit auf einem erhöhten Niveau. Die Gründe kennt Jérôme Cosandey, Leiter der Direktion Arbeit beim Seco. Das Staatssekretariat für Wirtschaft hatte einen stärkeren Rückgang der Arbeitslosigkeit erwartet. Sie variiert nach Branchen und Regionen. Wen trifft es besonders? Personen mit Tertiärabschluss wie beispielsweise einem Studium sind immer noch unterdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen, sagt Jérôme Cosandey. Welche Rolle spielen der Krieg im Nahen Osten oder die US-Zölle? Und wie verändert Künstliche Intelligenz den Arbeitsmarkt? Jérôme Cosandey ist Leiter der Direktion Arbeit bim Seco und zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
Duration:00:27:46
Piet Baumgartner: Von der Schlagzeile auf die Bühne
4/7/2026
Regisseur Piet Baumgartner macht aus Politik Theater. Er bringt die dramatische Wahl von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf auf die Bühne und aktuell das Mobbing eines schwulen Lehrers. Im Gespräch erklärt er, warum er bewusst auf klassische Stücke verzichtet. Regisseur Piet Baumgartner bringt Schlagzeilen auf die Bühne. Aktuell zeigt er mit "Schwuler Lehrer!" einen wahren Vorfall aus Pfäffikon (ZH) von 2024, bei dem ein schwuler Lehrer nach Druck wertkonservativer Eltern unrechtmässig entlassen wurde. Der Fall zeigt exemplarisch, wie politisch das Klassenzimmer geworden ist und wie kleine Gruppen grossen Druck ausüben können. Das Stück läuft im Theater Neumarkt in Zürich. Baumgartner versteht Theater als aktuelles, niederschwelliges Medium, das gesellschaftliche Konflikte sichtbar macht. Für Furore sorgte auch sein Bühnenstück über die Wahl von Eveline Widmer Schlumpf zur Bundesrätin. Wieso fasziniert ihn politisches Theater? Regisseur Piet Baumgartner ist zu Gast bei David Karasek.
Duration:00:25:37
Samstagsrundschau: Sind Sie ein Sisyphus, Herr Blättler?
4/4/2026
Gesprengte Bankomaten, Cyberkriminelle und mutmassliche Terroristen – die Bundesanwaltschaft bearbeitet immer mehr Fälle. Aber setzt sie das beschränkte Personal richtig ein und warum beklagt sie sich über mangelnde rechtliche Mittel? Kritische Fragen an Bundesanwalt, Stefan Blättler. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau 363 Strafuntersuchungen hat die Bundesanwaltschaft im vergangenen Jahr eröffnet – so viele wie noch nie. Viele Ressourcen binden dabei u.a. die Bereiche Cyberkriminalität aber auch Wirtschaftskriminalität. Die reiche, stark digitalisierte Schweiz sei attraktiv für Kriminelle in diesen Bereichen, schreibt der Bundesanwalt in seinem Tätigkeitsbericht fürs vergangene Jahr. Gleichzeitig verweist er auf erfolgreiche Verfahren u.a. gegen Cyberkriminelle, die in Thailand verhaftet und in die Schweiz überführt werden konnten. Aber bilden die Erfolge mehr ab als die Spitze des Eisbergs? Spürt der Bundesanwalt die jüngste Reform der Strafprozessordnung, die die Verfahren beschleunigen sollten? Und, welche Folgen hat es für die Schweiz, dass sie Rechtshilfegesuche viel langsamer bearbeitet als andere Länder? Im Bereich der inneren Sicherheit sind aktuell so viele Verfahren wegen Terrorismus-Verdachts am Laufen, wie noch nie, obwohl die Bundesanwaltschaft im letzten Jahr so viele erledigt hat wie noch nie. Fühlt sich der Bundesanwalt deshalb wie ein Sisyphus? Und, heisst das, die Schweiz auch, dass die Schweiz so unsicher ist wie noch nie? Als Bundesanwalt wurde Stefan Blättler von der neuen US-Botschafterin empfangen – anders als die allermeisten Medien. Worüber haben die beiden gesprochen? Wie läuft die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen in den USA seit Donald Trumps Amtsantritt? Und, was heisst der liederliche Umgang mit der regelbasierten Weltordnung in vielen Weltgegenden für die Strafverfolgung aus der Schweiz heraus? Bundesanwalt Stefan Blättler, nimmt Stellung in der Samstagsrundschau bei Klaus Ammann.
Duration:00:29:34
Gardi Hutter: «Diktatoren Clowns zu nennen verletzt mich»
4/2/2026
Die berühmteste Clownin der Schweiz tourt derzeit mit ihrem neusten Programm «Gardizero» durchs Land. Ihr macht die gegenwärtige Weltlage mit den vielen Kriegen und den herrschenden Autokraten Angst. Humor könne viel dazu beitragen, diese Angst zu vertreiben, sagt Gardi Hutter im Tagesgespräch,
Duration:00:26:10
Christian Jott Jenny: Das Ende seiner politischen Karriere
4/1/2026
Der wohl bekannteste Gemeindepräsident der Schweiz tritt ab: Christian Jott Jenny. Seit 2019 steht der ausgebildete Tenor an der Spitze von St. Moritz. Nun verzichtet er auf eine weitere Amtszeit. Warum beendet der Entertainer seine politische Karriere? Und: Was hat er über Politik gelernt? 2019 wird der ausgebildete Tenor Christian Jott Jenny praktisch über Nacht zum Gemeindepräsidenten des Nobelskiorts St. Moritz. Er gilt als eine der schillerndsten Figuren des Schweizer Polit- und Showbetriebs. Der Musiker studierte Gesang und Schauspiel in Zürich und Berlin und steht seit sieben Jahren an der Spitze von St. Moritz. Nun gibt er bekannt, dass er für keine weitere Amtszeit kandidiert und sein Amt als Gemeindepräsident abgibt. Ist das das Ende seiner politischen Karriere? Und: Was hat er in den letzten Jahren über das Politisieren in der Schweiz gelernt? Christian Jott Jenny ist zu Gast bei David Karasek.
Duration:00:26:22
25 Jahre Tagesgespräch
3/31/2026
Vor 25 Jahren ging das «Tagesgespräch» zum ersten Mal auf Sendung. Zu Gast in der Jubiläumssendung sind Persönlichkeiten, die in all den Jahren am häufigsten im «Tagesgespräch» waren. Sie sprechen über gute Gespräche, misslungene Interviews und den Wandel in der Schweizer Debattenkultur. Alt Bundesrat Moritz Leuenberger war zwölf Mal im «Tagesgespräch», Alt Nationalrätin Christa Markwalder acht Mal. Benjamin Schmid ist Präsident der Jungen Mitte und gleich alt wie das «Tagesgespräch». Er hatte im «Tagesgespräch» seinen ersten nationalen Auftritt. Die drei erinnern sich an schwierige Momente in Interviews, an den zuweilen rauen Ton in der Politik und beschreiben die Bedeutung von Social Media in der Debattenkultur. Ebenfalls zu Gast ist der publizistische Leiter der Freiburger Nachrichten, Marc Lehmann. Er war sieben Jahre Gesprächsleiter im Tagesgespräch und erzählt von magischen Momenten. Sie alle sind zu Gast bei Simone Hulliger und David Karasek.
Duration:00:47:54
Guido Berger: Fremdenführer in der digitalen Welt
3/30/2026
Seit 20 Jahren gibt es die SRF-Digitalredaktion. In den Anfängen ging es darum, zu beschreiben, wie neue Technologien funktionieren. Heute sei es wichtig, zu erklären und einzuordnen, sagt Guido Berger, Leiter der Digitalredaktion, bei Simone Hulliger. Die Komplexität der neuen Technologien sei enorm. Viele seien überfordert. Das verunsichere und mache Angst, sagt Berger. Wir befänden uns als Gesellschaft in einer Transformation, noch ohne zu wissen, wohin es führt. Es sei aber nicht so, dass wir keine Gestaltungskraft hätten: Es sei wichtig auszuhandeln, wie wir als Gesellschaft die neuen Technologien einbauen wollen. Früher sah sich Berger als Korrespondent, der von einem fremden Land, der digitalen Welt, berichtet. Heute seien wir alle in dieser Welt drin. Er sein nun eher der Fremdenführer, der erklärt, was um uns herum passiert. Der Historiker Guido Berger arbeitete als Programmierer, bevor er vor 20 Jahren die SRF-Digitalredaktion mitgründete.
Duration:00:26:12
Samstagsrundschau: Peter Spuhler zur 10-Millionen-Initiative
3/28/2026
Auch als Unternehmer bleibt der frühere SVP-Nationalrat Peter Spuhler eine wichtige Stimme. In der Samstagsrundschau positioniert er sich zur Initaitive seiner Partei gegen eine "10-Millionen-Schweiz". Und er erklärt, weshalb er die Vergabe von neuen S-Bahn-Zügen an Siemens nicht akzeptieren will. Stromlinienförmig unterwegs war Peter Spuhler noch nie. Auch nicht in seiner eigenen Partei. Bereits vor über zehn Jahren hat er sich gegen die Masseneinwanderungs-Initiative der SVP gestellt. In weniger als drei Monaten entscheidet die Bevölkerung über eine noch weiter gehende Vorlage der SVP: Die Initiative "gegen eine 10-Millionen-Schweiz" will die Bevölkerung auf zehn Millionen begrenzen. Das könnte das Ende des freien Personenverkehrs mit der EU bedeuten. Wie positioniert sich Unternehmer Spuhler hier - schliesslich ist er bei Stadler Rail und in weiteren Unternehmen, an denen er beteiligt ist, angewiesen auf Fachkräfte aus dem EU-Raum? Peter Spuhler nimmt Stellung - auch zu weiteren Grundsatzfragen für die Schweizer Wirtschaft: Etwa zum Vertragspaket mit der EU und zu den Sanktionen gegen Russland. Mit Stadler Rail ist Peter Spuhler grundsätzlich auf der Erfolgsschiene: Es fehlt nicht an Aufträgen. Allerdings kriselt der wichtige Absatzmarkt Deutschland. In der Schweiz drückt der starke Franken auf die Erträge. Zudem drohen Billigzüge aus China Stadler zu konkurrenzieren. In diesem Umfeld kam die Meldung Ende letzten Jahres für Spuhler wie ein Schock: Die SBB gaben beim Auftrag für über hundert S-Bahn-Züge der deutschen Konkurrentin Siemens den Vorzug. Stadler Rail zieht gegen die Vergabe vor Gericht. Ist Spuhler ein schlechter Verlierer? Oder verlangt er letztlich Heimatschutz bei Aufträgen in der Schweiz? Kritische Fragen an Peter Spuhler in der Samstagsrundschau mit Dominik Meier. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.
Duration:00:30:11
Christian Hegner: «Weniger Flüge geben dem Bazl mehr zu tun»
3/27/2026
Die Golfregion wird nicht oder nur noch wenig angeflogen, in den USA fehlen die Fluglotsen, militärische Flüge der USA über die Schweiz brauchen Bewilligungen. Christian Hegner, Direktor des Bundesamtes für Zivilluftfahrt Bazl, ist auch in seinen letzten Arbeitstagen gefordert. Seit 10 Jahren führt Christian Hegner das Bundesamt für Zivilluftfahrt Bazl. In diese Zeit fiel Corona, der Absturz des historischen Flugzeugs Ju-52 und auch der Absturz des FA-18. Zudem starb ein Fluglotse der Swiss aufgrund von Problemen mit den Atemmasken. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt ist die Kontrollbehörde beispielsweise von Skyguide, den Fluggesellschaften, Flughäfen und auch der Pilotenausbildung und ist dementsprechend gefordert. Jeder Mangel, der nicht erkannt wird, kann fatale Folgen haben. Ende März geht Christian Hegner in Pension. Bis zu seinem letzten Arbeitstag ist er mit der aktuellen Weltlage beschäftigt: Welche Überflüge über die USA sollen erlaubt werden? Spielen da auch politische Kriterien mit? Was bedeutet es, wenn wegen Kriegen oder einer Pandemie der Luftraum geschlossen wird? Christian Hegner ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
Duration:00:26:30
Meret Michel: Libanon, Hisbollah und die Angst
3/26/2026
Der Angriff der Terrororganisation Hisbollah auf Israel hat Libanon in den Krieg geführt. Für die Menschen vor Ort ist das eine Katastrophe. Die Wut der Bevölkerung auf die Hisbollah steigt und die Sorge vor einer israelischen Besatzung ist gross. Meret Michel ist freie Journalistin in Beirut. Der Libanon stürzt innerhalb von nur anderthalb Jahren erneut ins Chaos, nachdem die schiitische Hisbollah-Miliz Angriffe auf Israel gestartet hat. Für die Bevölkerung vor Ort bedeutet das eine verheerende Situation. Israel intensiviert seine Luft- und Bodenoffensive im Libanon: Im ganzen Land schlagen Bomben ein, Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht, und täglich steigt die Zahl der Opfer. Gleichzeitig wächst die Angst vor einer möglichen israelischen Besatzung. Wird es dazu kommen? Und könnte die Hisbollah dadurch wieder an Stärke gewinnen und sich als Widerstandskraft gegen Israel festigen? Die freie Journalistin Meret Michel lebt seit drei Jahren in der libanesischen Hauptstadt Beirut. Aufgrund der aktuellen Kämpfe hält sie sich mit ihrer vierjährigen Tochter vorübergehend aus Sicherheitsgründen in der Schweiz auf. Wie hat die kleine Familie den Kriegsbeginn erlebt? Darüber spricht Meret Michel im Gespräch mit David Karasek.
Duration:00:26:06
Christoph Brand: «Kernkraft hat hohe finanzielle Risiken»
3/25/2026
Was muss passieren, damit die Schweiz auch in Zukunft genügend Strom hat? Die Axpo hat dazu eine umfassende Studie verfasst und präsentiert zwei Szenarien. Wie stellt sich die Axpo den Strommix der Zukunft vor? Axpo-Chef Christoph Brand ist zu Gast bei Simone Hulliger. Zwei Szenarien eignen sich gemäss Axpo für eine sichere und effiziente Energieversorgung: Eines setzt auf den Ausbau von erneuerbarer Energie plus den Bau von Gaskraftwerken, das andere auf den Ausbau von erneuerbarer Energie plus den Bau von zwei neuen Kernkraftwerken. Die Axpo als aktuell grösste Produzentin von Atomstrom zieht das Szenario ohne neue AKWs vor. Die finanziellen Risiken der Kernkraft seien zu hoch, das erschwere die politische Realisierbarkeit. Christoph Brand erzählt, wo die Vor- und Nachteile der verschiedenen Energieproduktionen liegen, nimmt Stellung zur Kritik an seiner Studie und plädiert für Pragmatismus und Kompromissfähigkeit in der Energiedebatte.
Duration:00:26:33
Barbara Colpi: «Viele Familien politisieren sich unter Trump»
3/24/2026
Im Herbst ist Donald Trump zwei Jahre US-Präsident. Das hat vieles in den USA verändert. Vom Strassenbild mit grossen Trump-Bannern bis zum Familientisch, bei welchem entweder politisiert wird, oder Politik tunlichst umschifft. Welche Beobachtungen macht SRF US-Korrespondentin Barbabara Colpi? Die USA-Korrespondentin von SRF, Barbara Colpi, lebte bereits als Austauschschülerin in den USA. Die Freundschaft zu ihrer Gastfamilie ist geblieben. Heute dreht sich das Tischgespräch um Politik und Donald Trump. Das war früher anders. Barbara Colpi lebt in Washington und bereist das ganze Land. Wie hat sich die Gesellschaft in den letzten Jahren verändert? In den Städten, auf dem Land? Wie wird die aktuelle Politik unter Donald Trump verfolgt und bewertet? Die Schweizer Medien beschäftigen sich intensiv mit der Politik des US-Präsidenten. Ticker vermelden die neusten Ereignisse. In den USA prangen zwar grosse Banner von Donald Trump in Städten wie Washington, die Präsenz in Alltagsgesprächen dagegen ist deutlich geringer. «In der Schweiz ist Donald Trump fast präsenter als in den USA», so Colpi. Wie der Krieg gegen den Iran oder die Eier- und Benzinpreise sich auf die Gesellschaft auswirken, erzählt Barbara Colpi im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
Duration:00:25:53